Heikos Märchenstunde

26. November 2008

Die Krise der Automobilindustrie

Filed under: — Tinker @ 22:52

Eine kleine Geschichte zur Einführung

Ein „Besucher“ betritt die geheiligten Hallen des neu erbauten Glaspalastes äh Autohauses und schaut sich etwas orientierungslos um. Dann strebt er in Richtung eines der ausgestellten Fahrzeuge, öffnet die Tür und setzt sich hinein. Anschließend holt er sich aus einem Prospektständer den zum Fahrzeug gehörenden Prospekt. Er öffnet die Broschüre und fängt an zu lesen. Danach schlendert er weiter durch die heiligen Hallen um sie schließlich wieder zu verlassen. Das ganze dauerte etwa 20 Minuten und es waren vier Verkäufer anwesend.

Frage: Von wie vielen Verkäufern wurde der potentielle Kunde angesprochen?

a) einem

b) zwei

c) allen

d) keinem

Richtige Antwort: d)

Was hat der potentielle Kunde „falsch gemacht“?

a) trug keinen Anzug

b) trug keinen Goldschmuck

c) interessierte sich für ein Fahrzeug der Mittelklasse

d) wartete nur 10 Minuten auf einen Verkäufer

Richtige Antwort: a); b); c); d)

Wo liegt hier das Problem?

Seit einigen Jahren hat die Automobilindustrie ihre Vertriebsstrukturen verschlankt. Das heißt, das alle kleinen Händler schnell von der Bildfläche verschwanden. Im Schnellverfahren hat man so einen wichtigen Faktor beim Fahrzeug kauf zerstört – Vertrauen! Die kleineren Händler hatten meist noch ein persönliches Verhältnis zu den Kunden, verkauften und reparierten aus einer Hand und waren oft in kleineren Ortschaften vertreten. Murks konnten die sich nicht in großem Stil leisten!

Des weiteren scheint sich die Industrie auf gewerbliche Abnehmer eingerichtet zu haben. Diese machen schließlich auch etwa zwei drittel aller Zulassungen im PKW-Segment aus. Das führt dann allerdings dazu, dass private Autokäufer bei einigen Händlern nicht ernst genommen werden. Die sind dann möglicherweise frustriert und kaufen so billig wie möglich über andere Kanäle (Import etc.) ihr Fahrzeug.

Nicht ganz unerheblich scheint mir auch die Preisgestaltung der Hersteller an der Misere beteiligt zu sein. So kostet ein aktueller Golf Variant in mittlerer Ausstattung fast soviel wie ein A6 Variant im Jahre 98.

Hm, möglicherweise sind die Preissteigerungen über die Jahre nicht in gleichem Maße im Portemonnaie der Bürger angekommen. Schließlich ist für viele das Auto letztendlich ein Mittel um einigermaßen vernünftig von A nach B zu kommen. Gerade die deutschen Hersteller waren bei ihrer Preisgestaltung, trotz teilweiser Produktion in Billiglohnländern, nie zurückhaltend. Da wundert es nicht, wenn andere (Dacia, Kia etc. ) die Lücke erkannt haben und füllen.

Schlussendlich tragen die Vertragswerkstätten ihren Teil zum Frust der Kundschaft bei. Manchmal bekommt man den Eindruck, dass alles was über eine normale Inspektion hinausgeht einige Werkstätten schlicht überfordert. Da hat sich insbesondere die Mechatronic in den Fahrzeugen schneller weiterentwickelt als die Mitarbeiter, die diese zu bändigen haben. Auch bei der Preisgestaltung von Reparaturen bekommt man manchmal das Gefühl, da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen und die werden meistens auch noch verfehlt. Bestes Beispiel aus meinem Bekanntenkreis war ein defekter Luftmassenmesser (Bauteil kostet unter 100€) in einem Passat TDI. Der Fachwerkstatt ist es nicht gelungen, dieses Bauteil als fehlerhaft zu identifizieren und statt dessen wurde reih um über Turbo bis zum Steuergerät alles getauscht was gut und vor allem teuer ist. Mein Bekannter meinte, dass er keine Reparaturrechnung unter 1000€ erhalten hat und erst eine „Freie Werkstatt“ fand den Fehler und hat in für einen Bruchteil der vorher angefallenen Kosten behoben. Persönlich warte ich auch noch auf den Tag, an dem bei einer Inspektion mal nicht der randvolle Scheibenwaschwasserbehälter kostenpflichtig nachgefüllt und die nicht defekte Glühlampe der Innenraumbeleuchtung kostenpflichtig ausgetauscht wird. So verspielen die Vertragswerkstätten weiter Vertrauen und das wegen ein paar cent. Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass bei den aktuellen Fahrzeugpreisen diese Dinge als Service kostenfrei durchgeführt werden.

Wer in guten Jahren seine Stammkundschaft so behandelt, der muss sich nicht wundern, wenn es in schlechten Zeiten genau so aus dem Wald zurück schallt.

Heiko

9. November 2008

Radsport-Cowboys

Filed under: — Tinker @ 15:53

Interessant, was da gerade für ein Geplänkel über die Medien ausgetragen wird. Hat doch ein zugegeben junger Radprofi wie Linus Gerdemann gewagt, das Comeback des Altmeisters Lance Armstrong zu kritisieren. Nur ist bei Herrn Armstrong anscheinend noch nicht angekommen, dass dies das Recht eines jeden in unserer Gesellschaft ist. Statt sich im Kontext der Kritik zu äußern werden gleich wüste Drohungen ausgestoßen. Wenn der wirklich in die Politik will dann Gute Nacht. Wozu reden, Diplomatie ist doch was für Weicheier. Wir machen einfach alles platt, was nicht unserer Meinung ist.

Das allerbeste ist allerdings die darauf folgende Kritik von Andreas Klöden an Linus Gerdemann. He Andreas, wo waren denn deine Meinungsäußerungen, als es um das Thema Doping ging?

Anstatt euch gemeinsam daran zu machen, Cowboy Lance aus dem Sattel zu stoßen hackt ihr aufeinander rum. Sorry, aber genau deshalb hat es der Kerl sieben mal geschafft, in Frankreich zu gewinnen.

Alle gegen einen und ich bin mir ganz sicher, dass unser Cowboy im nächsten Jahr die Lust am „Reiten“ verliert!

Meine 5c

1. November 2008

Von Möhrchen und anderen Leckereien

Filed under: — Tinker @ 12:21

Liebe Bahnvorstände, seien Sie bloß vorsichtig, an „Möhrchen“ hat sich schon so mancher verschluckt. Zumal wenn Sie in großer Menge und ohne Anstrengungen erreichbar sind.  Und sollte Ihnen ihr Jahressalär zu niedrig erscheinen, dann steht es Ihnen doch frei, jederzeit in die Industrie oder einen anderen lukrativen Zweig zu wechseln. Es ist doch heutzutage kein Problem, einen gut bezahlten Job zu bekommen. Mit einer anderen personellen Besetzung ergibt sich ja möglicherweise die längst fällige Steigerung der Kundenzufriedenheit. Ganz oben auf der Wunschliste stehen bei mir angemessene Preise, kalkulierbare Fahrzeiten und Sitzplatzgarantie. Ein freundlich serviertes Gratisgetränk im ICE wäre dann noch das Tüpfelchen auf dem I, Fluggeselschaften bekommen das schliesslich auch locker hin.

Eines sollten Sie nie vergessen – ohne Volksvermögen wäre da keine DB, kein Börsengang und keine dicken Prämien!

Heiko

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